Es ist Zeit laut zu sein

Mein Facebook-Eintrag vom 24. August 2018
Ich schreibe ganz selten auf Facebook. Doch nun muss ich mich zu Wort melden: ich bin zutiefst erschüttert und schäme mich für die Aussagen und die Politik unserer politischen Verantwortlichen, mit denen sie gegen Hilfe für Flüchtlinge mobil machen. Keine Schiffe in EU-Ländern anlegen lassen zu wollen, ist der Gipfel dieser zutiefst unchristlichen und unmenschlichen Politik. Ich rufe alle, die sich als Humanisten oder/und Christen empfinden, auf, gegen diesen Wahnsinn auf die Barrikaden zu steigen. Meine Stimme werden diese angeblich christlichen Politiker/innen sicher nicht (mehr) bekommen, solange sie nicht zurückkehren zu einer christlichen Politik!!! Haben wir denn eine andere Möglichkeit, gegen diesen Wahnsinn aufzustehen, als von unserer Weigerung zu erzählen, Euch, ihr Politiker/innen der Kälte gegen Menschen, zu wählen?
Und eine Ergänzung vom 25. August 2018
Mich treibt die Frage um, was dagegen zu tun ist. - Parteien können da zu wenig ausrichten, fürchte ich. Ich versuche seit einigen Jahren, in verschiedenen Stammtischen die Stimme zu erheben. Jede/r von uns müsste an den vielen kleinen Orten, den Mut zur Gegenrede aufbringen. Das Tragische ist, viele ticken, wie es die Politik umsetzt. Ob's die Kirche sein kann, ohne nicht-kirchlich Engagierte und ob der Stimmung im Land Entsetzte draußen zu lassen? Zumindest wünsche ich mir eine viel lautere Kirche. Nicht nur oben müsste sie laut sein, nicht nur der Kardinal und der Caritas-Präsident, nicht nur die Bischöfe und die anderen diözesanen Verantwortlichen müssten endlich dauerschreien. Jeden Pfarrgemeinderat, jede Gottesdienstgemeinde müsste es umtreiben und unruhig sein lassen, jede Bibelrunde, jeden Gebetskreis. Wenn der Gottesdienst mit dem Schuldbekenntnis beginnt, müssten wir immer wieder ein Schuldbekenntnis gegenüber den Menschen, die Hilfe suchen, sprechen. Wenn wir im Kyrie das Erbarmen erbitten, müssten wir bekennen, dass wir eine erbärmliche Gleichgültigkeit zulassen. Wenn wir Fürbitten formulieren, müssten wir nicht Gott meinen, er soll bitte was richten, sondern uns in die Pflicht nehmen